Zuletzt aktualisiert am 10. Januar 2021

Microdosing wird meistens mit LSD in Verbindung gebracht. Nicht wenige berichten von positiven Effekten. Das Psychedelikum kann in sehr geringen Mengen die Konzentrationskraft und Leistungsfähigkeit steigern, munter machen und vieles mehr. Doch wer auf die Idee kommt, ohne Recherche Microdosing auch mit anderen Drogen wie MDMA zu versuchen, könnte eine böse Überraschung erleben.

Der Konsum von MDMA kann Spaß machen (wenn man die Safer-Use-Regeln befolgt). Gesteigerte Kontaktfreudigkeit, Gefühle der Euphorie, Unbeschwerlichkeit, intensivere Gefühle, Hemmungen werden abgebaut und das Kontaktbedürfnis gesteigert. Das und viel mehr können gewünschte Effekte beim MDMA-Konsum mit einer empfohlenen, üblichen Dosis sein. Doch wie wirkt die Droge wenn man nur einen Bruchteil der empfohlenen Dosis zu sich nimmt?

Es mag sein, dass es vereinzelte Stimmen gibt, die behaupten erfolgreich mit geringen Mengen MDMA (10-40 Milligramm) ein gesteigertes Wohlbefinden und antidepressive Effekte erzielt haben. Diese Berichte beruhen jedoch auf keiner Studie, sondern auf eigener Erfahrung und können bei jedem Menschen variieren. So berichten andere von Schwächegefühlen, Lustlosigkeit und Depressionsähnlichen Zuständen, die allerdings teilweise auch wieder schnell nachgelassen haben. Menschen wie Rick Doblin (Gründer von MAPS) oder die US-Amerikanische Forscherin Sophia Korb sprechen sich ausdrücklich gegen MDMA-Microdosing aus. Laut Korb kann es zu Angstzuständen kommen und Doblin erwähnte auf der Horizons 2016, dass bei MAPS Versuche mit Testpersonen abgebrochen wurden, da es „Komplikationen“ gab und die Gefahr für Schäden zu groß war.

Weitere Gründe gegen MDMA-Microdosing:

  • Schneller Anstieg einer Toleranz: MDMA sollte man nie öfter als einmal alle drei Monate nehmen und selbst diesen Zeitrahmen sollte man als absolutes Minimum sehen (selbst wenn andere Seiten als minimum 4-8 Wochen nennen). Nimmt man MDMA gar jeden Tag (sei es noch so eine geringe Menge) steigert dies nicht nur die Toleranz rasend schnell (heißt man braucht eine immer höhere und höhere Dosis um die selben, gewünschten Effekte zu erzielen), sondern es dürfte auch früher oder später gar keine Wirkung mehr eintreten, da es dem Gehirn nicht möglich sein sollte genug Serotonin erzeugt zu haben (und Serotonin braucht lange um sich zu regnerieren, vorallem wenn man nicht mit Nahrungsergänzungsmitteln nachhilft)
  • Bei einer empfohlenen Dosis MDMA verbraucht man 80% seines Serotoninhaushaltes. Es gibt keine Studien oder genauen Zahlen, wie viel Prozent beim Microdosing verbraucht werden, da man jedoch in so einem kurzen Zeitrahmen konsumiert (wöchentlich, gar täglich) dürfte das Serotonin sehr bald aufgebraucht sein. Hattet ihr nach einer MDMA-Nacht mal richtig schlechte Laune, ein richtiges Stimmungstief, fast schon einen Depressionsähnlichen Zustand? Kein Wunder, das ist eine häufige Begleiterscheinung und Nebenwirkung, selbst wenn man eine Überdosierung vermieden hat (und überdosiert wird MDMA oft). Serotonin wird nicht umsonst „Glückshormon“ genannt. Der Neurotransmitter reguliert grob gesagt unsere Stimmung. Nun stellt euch vor ihr habt eure ganzen Glückshormone verbraucht. Anstatt einen Sonntag, zwei Tage oder eine Woche depressiv zu sein, könnten Depressionen, Stimmungsschwankungen, „verkaterung“, Gedächtnisverlust usw. euer täglicher Begleiter werden und länger anhalten und euch in eine Abwärtsspirale führen.
  • Eventuell ergeben sich aus der geringen Dosis Nebenwirkungen wie das berühmte „Kieferkirmes“, also Kiefermalmen (oder die unangenehme Vorstufe: Kieferspannung) welche zu Kieferklemme, Zahnschäden und Arthrose führen können
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