Zuletzt aktualisiert am 14. Februar 2021

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An wen denken die meisten Menschen, wenn sie an Drogen konsumierende Zeitgenossen denken? Ich vermute: entweder an junge, schwitzende, tanzende Menschen an lauten Partys, oder an die bis zum Abwinken immer wieder aufs Neue zitierten Extremfälle – an Schockbilder von Abhängigen und Abgehängten der Gesellschaft.

Dass es auch anders geht, dass es auch Menschen jenseits der Lebensmitte gibt, die achtsam und mit dem Ziel der Bewusstseinserweiterung Substanzen konsumieren und dabei mitten im Leben stehen, zeigt der Schweizer Autor Claude Weill in seinem neusten Buch „Elysium hin und zurück: Mit Psychedelika unterwegs in der zweiten Lebenshälfte„.

Elysium hin und zurück: Mit Psychedelika unterwegs in der zweiten Lebenshälfte
  • 189 Seiten - 20.01.2020 (Veröffentlichungsdatum) - Edition Spuren (Herausgeber)

Das Buch gibt einen intimen Einblick in die Substanzenerfahrungen von neun Psychonauten und Psychonautinnen in der Schweiz und Deutschland im Alter zwischen 53 und 73. Man erfährt, wie sie mit Psychedelika und Entheogenen in Berührung kamen, ihre Motive und ihre Gründe für den Gebrauch dieser wirkmächtigen Substanzen. Als Leser und Leserinnen dürfen wir erfahren, was jeder Einzelne und jede Einzelne von ihnen aus ihren teils jahrzehntelangen Erfahrungen und Erlebnissen mitgenommen hat und wie Psychedelika und Entheogene ihr Denken, Fühlen und Leben verändert haben.

Fragen, die jeder der porträtierten Person gestellt wurden (und die man sich beim Lesen auch stellt und stellen muss) lauten etwa:

Aus welchem Motiv heraus, wollte man Erfahrungen mit Psychedelika oder Entaktogenen machen? In welchen Moment (Lebenssituationen oder Lebensabschnitten) hat man Psychedelika zu sich genommen? Wann wurden diese Substanzen ein fester Begleiter im eigenen Leben? Wonach hat man gesucht? Haben sich die eigenen Einsichten und Erfahrungen beim Gebrauch über die Jahre und Jahrzehnte geändert? Welche Substanzen hat man aufgehört zu nehmen und aus welchen Gründen? Welche konsumiert man auch weiterhin? Wie helfen diese Substanzen im Lebensalltag? Lassen sie sich in den Alltag integrieren?

Auf diese und mehr spannende Fragen erfährt man als Leser oder Leserin eine Antwort. Am Ende stellt der Autor seinen Interviewpartnern und -partnerinnen noch folgende persönliche und nicht leicht zu beantwortende Frage:

„Können Sie sich vorstellen, sich bei unheilbarer Krankheit und beim Sterben von Psychedelika begleiten zu lassen“?

Wüsstet ihr darauf spontan eine Antwort?

Wenn es eine Sache zu bemängeln gäbe, dann dass das Buch mit knapp 200 Seiten etwas zu kurz geraten ist. Gerne hätte ich noch mehr Erfahrungsberichten zugehört. Ansonsten gibt es von meiner Seite aus aber eine klare Empfehlung, nicht nur für gleichaltrige Leser, sondern auch für jüngere Psychonauten und Psychonautinnen.

Kurzbeschreibung des Inhaltes:

Über Jahrzehnte bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich nehmen und integriert sein in die Gesellschaft – geht das? Der ehemalige Journalist und Erwachsenenbildner Claude Weill meint Ja. Er hat mit neun Menschen gesprochen, die regelmäßig durch geistige Bereiche reisen, welche ihnen ohne diese Mittel verschlossen blieben. Im Buch erzählen sie ungeschminkt von ihren Erfahrungen mit Psychedelika und Empathogenen.
Aus diesen Selbstzeugnissen entsteht das Bild eines reifen, verantwortungsvollen Umgangs mit Psilocybin, LSD, Ayahuasca, MDMA & Co. Jenseits von Verklärung oder Abhängigkeit leben «LSD-Veteraninnen und -Veteranen» mit der Gewissheit, dass sich die «Pforten der Wahrnehmung» viel weiter öffnen lassen, als wir denken. Interviews mit drei ausgewiesenen Fachleuten der Psychonautik runden die Aussagen der Reisenden ab.

Elysium hin und zurück: Mit Psychedelika unterwegs in der zweiten Lebenshälfte“ ist erhältlich auf Amazon.

Alternativ lässt sich das Buch auch direkt beim Verlag „Edition Spuren“ bestellen.

Internetauftritt des Autors: https://www.claudeweill.ch/

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